Burschenschaft Kleeblatt Wißmar e.V.
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Im Jahre 1946 trafen sich 9 junge Wissmarer Burschen im Hause von Kurt Frank in der Bahnhofstraße 43. Sie trafen sich, um auf Initiative des Grundschullehrers Fröde die eigentliche Gründungsversammlung im „Dicken Wilhelm“ in der Schanzenstraße vorzubereiten.


Die 9 Gründer und auch gleichzeitig der erste Vorstand waren:
Otto Drommershausen (†), Kurt Frank (†), Otto Leib (†), Alfred Stroh (†), Kurt Stroh (†), Walter Stroh, Willi Werner (†), Kurt Winter (†), Willi Würtz.
  1. Vorsitzender war Alfred Stroh. 


Die erste Kirmes wurde in der Gründerwirtschaft „Zum Dicken Wilhelm“ gefeiert, da es zu dieser Zeit in Wißmar die einzige Wirtschaft mit einem Tanzboden war. Erster Kirmeswatz wurde Kurt Stroh.

 

8 unserer 9 Gründungsväter im Jubiläumsjahr 1986

 

von links nach rechts: Willi Werner (†), Kurt Winter (†), Kurt Frank (†), Willi Würtz, Otto Drommershausen (†), Otto Leib (†), Kurt Stroh (†), Walter Stroh

 Es fehlt: Alfred Stroh (bereits verstorben).
 

 Die Gründung der Burschenschaft war nun vollzogen, trotz der durch die amerikanische Besatzungsmacht hervorgerufenen Schwierigkeiten. Im Jahre 1947 waren dann diese Probleme soweit ausgestanden, dass man die Kirmes bei der Vereinsgaststätte „Schnell“ durchführen konnte.  Jetzt galt es den Versorgungsschwierigkeiten dieser Zeit zu trotzen. Um die Kirmes durchführen zu können, mussten sogar Tauschgeschäfte durchgeführt werden. So wurde 1947 von den Burschen Gerste nach Giessen zu den Amerikanern gebracht um ordentliches Bier für die Kirmes zu bekommen, wobei man aber übers Ohr gehauen wurde und nur „sehr wässriges Bier“ erhielt. Andere notwendige Dinge wurden in mühsamer Arbeit besorgt. Transportmittel waren rar und so musste man auf Fahrrad, oder wenn man Glück hatte, auf ein Pferdegespann zurückgreifen.



Die Burschen an der 2. Kirmes mit dem Kirmeswatz 1947 Walter Stroh

 


Im Jahre 1949 konnte man auf der Kirmes erstmals eine weit angereiste Kapelle begrüßen. Die Hauskapelle des damals bereits bekannten „Maier-Gustl“ in Frankfurt spielte in Wissmar.

Ausflüge waren in dieser Zeit recht selten, denn es fehlte an den Möglichkeiten hierzu. Transportmittel waren nur schwierig aufzutreiben, „Freizeit“ war so gut wie nicht vorhanden (schließlich kamen die meisten Burschen aus Familien, die Landwirtschaft betrieben) und natürlich war auch nur sehr wenig Geld dafür übrig.
Anfang der 50er Jahre wurden im Wolf´schen Saal Faschingsveranstaltungen durchgeführt. In dieser Zeit gab es in Wissmar 3 Burschenschaften, wobei dir Burschenschaft beim „dicken Wilhelm“ ebenso wie die Burschenschaft „Einigkeit“ (in der Gaststätte „Feht“) ihre eigene Kirmes durchführte. An diesen Tagen soll es dann auch öfters mal zu gewissen Uneinigkeiten gekommen sein und so manches blaue Auge ist am anderen Tage übrig geblieben.

Die Mitgliederzahl hatte sich im Verlauf der Zeit bis 1955 auf etwa 25 erhöht und in diesem Jahr wurde dann auch die erste Busfahrt unternommen und zwar ging es an den Rhein, wo eine Schifffahrt unternommen wurde und das Niederwald-Denkmal wurde besichtigt.
Unser Wirt in diesem Jahr war Willi Schnell und bereits Ende der vierziger Jahre kam die Familie Weidauer mit ihrem Kirmeskarussell auf die Kirmes. Zwischenzeitlich war dann außerdem noch ein Karussell der Familie Walldorf aus Giessen vor Ort.